Lord Dahrendorf: The Charms of Liberty

Paneldiskussion zum Thema „The Charms of Liberty – Lord Ralf Dahrendorfs Modell einer liberalen Bürgergesellschaft“


Lord Ralf Dahrendorf wäre 2019 90 Jahre alt geworden. Seine Thesen sind aktueller denn je, doch auch schon damals waren seine Aussagen visionär. Zu seiner Ehrung lud die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit der britischen Botschaft zur Paneldiskussion „The Charms of Liberty – Lord Ralf Dahrendorfs Modell einer liberalen Bürgergesellschaft“ ein. Es debattierten Dahrendorf-Biografin Dr. Franziska Meifort, der Historiker und ehemalige Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin Prof. Dr. Jürgen Kocka, Lukas Köhler MdB, und Carl Cevin-Key Coste, Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Sir Sebastian Wood, britischer Botschafter in Berlin, sagte in seiner Begrüßung, dass Dahrendorf nicht nur ein großer deutscher Soziologe war, sondern auch ein begeisterter britischer Politiker. „Schon damals hat Lord Dahrendorf eine Polarisierung gesehen – wie auch eine Atomisierung der politischen Debatte“, sagte Wood. Die alte Rechts-Links-Debatte sei abgelöst von einer Debatte zwischen einer offenen und geschlossenen Gesellschaft.

Was Ralf Dahrendorf damals schon zum Populismus vorgelegt hat, ist heute relevanter denn je. Vor 16 Jahren geschrieben, trifft Dahrendorf den Nagel auf den Kopf.

Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué

Der Vorsitzende des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, erinnerte an die denkwürdige Debatte Ralf Dahrendorfs mit Rudi Dutschke Ende der 60er-Jahre. Für Dahrendorf war es selbstverständlich, auf Augenhöhe mit anderen Menschen zu sprechen. Dahrendorf forderte zudem „Bildung ist Bürgerrecht“. Ganz in diesem Sinne erläuterte auch Karl-Heinz Paqué, dass man ein Bildungssystem benötige, bei dem alle Chancen auf Aufstieg hätten.

Franziska Meifort beschrieb seine visionären Eigenschaften: „Dahrendorf konstatierte bereits zur Jahrtausendwende eine Krise der Demokratie und prognostizierte, dass das 21. Jahrhundert das Jahrhundert des Autoritarismus werden könnte.“ Jürgen Kocka ergänzte, wie erstaunlich es sei, wie er die Globalisierung analysiert habe: „Er sprach von der Entstehung einer Klasse von liberalen, offenen Menschen aus Wissenschaft, Medien und Kunst auf der einen und nicht-mithaltenden Personen auf der anderen Seite. Dahrendorf war Klassenanalytiker – der den Begriff Klasse bis zum Schluss benutzt hat.“

Worin man nun den „Charme der Freiheit“ erkenne? Die Antworten des Podiums zeigte die Vielfalt der Freiheit: Jürgen Kocka nannte das Recht, sich korrigieren zu können, Franziska Meifort die individuelle Entfaltung, die Moderatorin Karen Horn die politische Freiheit, Carl Cevin-Key Coste die Wahrung der Verfassung und Karl-Heinz Paqué betonte die individuelle Suche nach Glück.

Im Jahr 2003 erschien in der renommierten Kulturzeitschrift Transit. Europäische Revue ein Beitrag von Lord Ralf Dahrendorf. Seine "Acht Anmerkungen zum Populismus/Eight remarks on populism" können Sie hier in einer Neuauflage lesen:

Lesen Sie hier mehr über die Veranstaltung Charms of Liberty:

Paneldiskussion zum Thema „The Charms of Liberty – Lord Ralf Dahrendorfs Modell einer liberalen Bürgergesellschaft“


Lord Dahrendorf: The Charms of Liberty

Lord Ralf Dahrendorf wäre 2019 90 Jahre alt geworden. Seine Thesen sind aktueller denn je, doch auch schon damals waren seine Aussagen visionär. Zu seiner Ehrung lud die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit der britischen Botschaft zur Paneldiskussion „The Charms of Liberty – Lord Ralf Dahrendorfs Modell einer liberalen Bürgergesellschaft“ ein. Es debattierten Dahrendorf-Biografin Dr. Franziska Meifort, der Historiker und ehemalige Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin Prof. Dr. Jürgen Kocka, Lukas Köhler MdB, und Carl Cevin-Key Coste, Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Sir Sebastian Wood, britischer Botschafter in Berlin, sagte in seiner Begrüßung, dass Dahrendorf nicht nur ein großer deutscher Soziologe war, sondern auch ein begeisterter britischer Politiker. „Schon damals hat Lord Dahrendorf eine Polarisierung gesehen – wie auch eine Atomisierung der politischen Debatte“, sagte Wood. Die alte Rechts-Links-Debatte sei abgelöst von einer Debatte zwischen einer offenen und geschlossenen Gesellschaft.

Was Ralf Dahrendorf damals schon zum Populismus vorgelegt hat, ist heute relevanter denn je. Vor 16 Jahren geschrieben, trifft Dahrendorf den Nagel auf den Kopf.

Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué

Der Vorsitzende des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, erinnerte an die denkwürdige Debatte Ralf Dahrendorfs mit Rudi Dutschke Ende der 60er-Jahre. Für Dahrendorf war es selbstverständlich, auf Augenhöhe mit anderen Menschen zu sprechen. Dahrendorf forderte zudem „Bildung ist Bürgerrecht“. Ganz in diesem Sinne erläuterte auch Karl-Heinz Paqué, dass man ein Bildungssystem benötige, bei dem alle Chancen auf Aufstieg hätten.

Franziska Meifort beschrieb seine visionären Eigenschaften: „Dahrendorf konstatierte bereits zur Jahrtausendwende eine Krise der Demokratie und prognostizierte, dass das 21. Jahrhundert das Jahrhundert des Autoritarismus werden könnte.“ Jürgen Kocka ergänzte, wie erstaunlich es sei, wie er die Globalisierung analysiert habe: „Er sprach von der Entstehung einer Klasse von liberalen, offenen Menschen aus Wissenschaft, Medien und Kunst auf der einen und nicht-mithaltenden Personen auf der anderen Seite. Dahrendorf war Klassenanalytiker – der den Begriff Klasse bis zum Schluss benutzt hat.“

Worin man nun den „Charme der Freiheit“ erkenne? Die Antworten des Podiums zeigte die Vielfalt der Freiheit: Jürgen Kocka nannte das Recht, sich korrigieren zu können, Franziska Meifort die individuelle Entfaltung, die Moderatorin Karen Horn die politische Freiheit, Carl Cevin-Key Coste die Wahrung der Verfassung und Karl-Heinz Paqué betonte die individuelle Suche nach Glück.