Über die Zukunft der Arbeit


Der Arbeitsmarkt und die Berufsbilder wandeln sich tief greifend und nachhaltig: Demografischer Wandel, Digitalisierung, Fachkräftemangel und der Wandel von Lebenseinstellungen sind die Treiber der Veränderungen – und stellen Wirtschaft und Politik vor große Herausforderungen. Zu langfristigen Strukturveränderungen kommen aktuell wieder konjunkturelle Sorgen, die über ein Jahrzehnt vergessen schienen. Auf dem Arbeitsmarktkongress 2019 der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V. (iGZ) diskutieren Experten aus Politik und Wirtschaft über die Zukunft der Arbeit. Bereits in der Begrüßungsrede durch den Vorsitzenden des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, kristallisierten sich die zentralen Diskussionspunkte der Veranstaltung heraus: die zunehmende Digitalisierung, die Etablierung von flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie der gravierende Fachkräftemangel. Insbesondere der Bedarf an jungen, dynamischen und gut ausgebildeten jungen Menschen stellt die Arbeitgeber vor große Herausforderungen.

„Die tief greifenden Veränderungen, die durch die Digitalisierung hervorgerufen werden, sollten nicht nur als Bedrohung angesehen werden. Im Gegenteil: Wir müssen die Chancen der Digitalisierung nutzen – auch auf dem Arbeitsmarkt.“

Johannes Vogel, MdB

Um die Perspektive der dabei angesprochenen Millennials zu beleuchten, hielt Dr. Steffi Burkhart einen Impulsvortrag zur Bedeutung des Human Capitals im modernen, digitalisierten Arbeitsmarkt. Zudem könnten Unternehmen ihre Attraktivität für junge Menschen steigern, wenn sie diesen mehr kreative Freiräume einräumen. Es gebe eine Generation junger Menschen, die gerne gründen möchte, es aufgrund der Bürokratie hierzulande aber nicht kann. Diese schöpferische Kreativität könne auch in Unternehmen ausgelebt werden, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen vorherrschen. Dass auch ältere Generationen treibende Kräfte auf dem Arbeitsmarkt und im Unternehmen sein können, erläuterte Johannes Vogel, MdB (FDP), im zweiten Panel des Tages mit Dr. Martin Rosemann, MdB (SPD), Kai Whittaker, MdB (CDU), Beate Müller-Gemmeke, MdB (Grüne). Außerdem möchte Vogel die Chancen der Digitalisierung für den Arbeitsmarkt nutzen. Dazu bedürfe es jedoch einer umfassenden Agenda mit „Weiterbildung für jeden, Flexibilität der Arbeitszeit, Lebenslaufhoheit und einem Sozialstaat, der zu den Bedürfnissen der Menschen passt.“

„Wir brauchen Investitionen in Menschen und Technologie. Eine Konzentration auf eines von beiden wird nicht funktionieren.“

Dr. Steffi Burkhart