/ Gute Politik braucht mutige Frauen!

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger - Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und Bundesjustizministerin a. D.


Empowerment-Programm für politisch engagierte Frauen

Noch immer sind Frauen in Deutschland auf nahezu allen politischen Ebenen unterrepräsentiert. Das Missverhältnis der Geschlechter beginnt bereits auf den unteren, ehrenamtlichen Ebenen der Politik und setzt sich von dort bis an die Spitze fort. Wer Frauen zuhört, merkt schnell: An der Motivation, ein politisches Amt zu übernehmen, mangelt es nicht. Berufliche oder private Gründe sowie die Tatsache, dass das Politikgeschäft als „zu männlich“ empfunden wird, schrecken (auch) liberale Frauen davon ab, aktiv zu werden. Zudem wünschen sich Frauen aktive Netzwerke und ein gezieltes Mentoring-Programm, da für eine erfolgreiche politische Karriere die Einbindung in informelle Strukturen und das Erlernen ungeschriebener Regeln unabdingbar sind.

Genau hier setzt das Empowerment-Programm der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit an. Gesellschaftlich oder politisch engagierte Frauen, die Mut zur Veränderung haben und gute Ideen für ihr Umfeld mitbringen, sollen auf ihrem Weg gestärkt und beim Schritt auf die politische Bühne unterstützt werden.

Austausch und Diskussion mit aktiven Politikerinnen sind ein wichtiger Bestandteil des Programms


Das sich über mehrere Monate erstreckende Programm erweitert mit Skills-Trainings die fachlichen und persönlichen Kompetenzen der Teilnehmerinnen, liefert Inspiration und Motivation durch den exklusiven Austausch mit hochkarätigen Referentinnen und Referenten und stellt jeder Teilnehmerin eine erfahrene Mentorin/einen erfahrenen Mentor aus der aktiven Politik an die Seite.

Die Resonanz auf das Programm übertraf alle Erwartungen. Alleine in der ersten Bewerbungsphase meldeten sich über hundert interessierte Frauen. Im Februar 2020 war es endlich soweit und die ersten 36 Teilnehmerinnen kamen in Berlin für ein viertägiges Seminar zusammen. So sollte es weitergehen, doch dann ereilte die COVID-19-Pandemie auch das Empowerment-Programm! Weitere Seminartermine und auch der Start der zweiten Gruppe des Jahres mussten zunächst verschoben werden. Wie im gesamten Bildungsprogramm wurden auch im Empowerment-Programm als kurzfristige Alternative virtuelle Schulungsangebote konzipiert und umgesetzt. Im September und Oktober waren dann, mit einem strengen Hygiene-Konzept, zwischenzeitlich wieder Seminare möglich und auch der zweite Programmdurchlauf konnte mit 23 weiteren Frauen beginnen. Doch bereits im November hatte sich die Situation wieder verschärft und es konnten bis Jahresende abermals nur virtuelle Sessions durchgeführt werden. Zugleich waren selbstverständlich auch viele Frauen im Programm in der Pandemie plötzlich mit großen privaten und politischen Herausforderungen konfrontiert. Dennoch haben die allermeisten ihre Teilnahme mit großer Motivation und Engagement fortgesetzt. Auch mit den Mentorinnen und Mentoren kam trotz Lockdown in vielen Fällen ein für beide Seiten gewinnbringender Austausch zustande.

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