/ Die Zukunft liegt im Osten

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„Der Osten hat auf Dauer keine Chance, den Westen zu erreichen.“ So lautet die Standard-Story über den Osten auch 30 Jahre nach der Deutschen Einheit. Noch immer wird die Zukunft des Ostens in Deutschland pessimistisch betrachtet. Dabei wurde bereits viel erreicht. Nicht nur die politische Durchsetzung der Wiedervereinigung, nicht nur die rechtliche Fundierung im „Einheitsvertrag“ und nicht nur die wirtschaftliche Wiederbelebung der ostdeutschen Bundesländer waren große Leistungen. Durch die Währungsunion, Privatisierungen sowie massive Investitionen in Verwaltung, Wirtschaft und Wohnungsbau, in Schulen, Hochschulen und Universitäten, in Verkehrs- und Kommunikationsinfrastrukturen gelang der Aufbau Ost. Ostdeutschland wird heute von einer modernen Wirtschaft geprägt, die hochintegriert in die globale Arbeitsteilung ist. Ostdeutschland ist lange Zeit erfolgreich gewachsen.

Doch noch immer gibt es viel zu tun: Der Abstand zwischen Ost und West ist in einigen Bereichen seit fast 20 Jahren recht konstant. Nach dem Aufholspurt der 90er Jahre hat sich nicht mehr allzu viel getan. 30 Jahre nach dem Mauerfall sind die Voraussetzungen endlich so, dass ein zweiter Spurt – ein Aufbruch Ost nach dem Aufbau Ost – möglich ist. Dazu bedarf es allerdings eines grundlegenden mentalen Wandels: weg von der Diagnose und Klage des noch nicht Erreichten zu einer Orientierung auf Zukunftsziele. Wir haben in den letzten drei Jahrzehnten viel zusammen erlebt. Währenddessen ist in Ostdeutschland eine Menge passiert. Dies hat eine Generation hervorgebracht, die aufhört, in Kategorien wie „Ost“ und „West“ zu denken. Die Generation Aufbruch wird geeint durch ihre Tatkraft, ihren Innovationsgeist und die Lust, gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Mit unserer Kampagne #GenerationAufbruch (www.generation-aufbruch.de) haben wir anhand vieler Beispiele gezeigt, dass die ostdeutschen Bundesländer für junge Unternehmen in Deutschland an Attraktivität gewinnen. In der Podcast-Reihe „10 Gründer*innen für den Osten“ sprachen wir mit Menschen aus Ost und West, die den Wandel in Ostdeutschland vorangebracht haben und die über ihre Motivation, ihre persönlichen Erfahrungen im Osten sowie ihre Zukunftswünsche berichten. In unserer Broschüre „30 Fakten zu 30 Jahren Deutsche Einheit“ haben wir die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen in Form von Statistiken dargestellt. Wie hoch ist das Gefälle bei der Arbeitslosigkeit? Wie viele Menschen ziehen vom Westen in den Osten und umgekehrt? Und wie steht es um die Unterschiede bei der Innovationskraft? Neben „harten“ wirtschaftlichen Fakten liefert die Broschüre auch Funfacts zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West.

Eine von der Friedrich-Naumann-Stiftung beauftragte repräsentative Umfrage unter Gründerinnen und Gründern und Unternehmerinnen und Unternehmern im Oktober 2020 ergab, dass die Mehrheit ein größeres Wachstumspotenzial im Osten als im Westen sieht. „Die Politik muss mit einer klugen Wirtschaftsförderung einen ‚Aufbruch Ost‘ initiieren. Dafür braucht es eine starke ostdeutsche Gründerkultur und die kreative Kraft im Verbund von Wissenschaft und Wirtschaft. So können die ungenutzten Potenziale des Ostens gehoben werden und die neuen Länder langfristig zu den alten Ländern aufschließen“, so der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué.

Auch wenn Unterschiede zwischen Ost und West noch existieren, ist der Aufholprozess des Ostens absolut beeindruckend. Teilweise hat der Osten den Westen sogar schon überholt. Es liegt nun an der Generation Aufbruch, die Deutsche Einheit wirtschaftlich und gesellschaftlich vollständig zu vollziehen. Die Voraussetzungen sind endlich so, dass ein zweiter Spurt – ein Aufbruch Ost nach dem Aufbau Ost – nicht nur nötig, sondern auch möglich ist.

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