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/ Soziale Marktwirtschaft

Mit dem Ausbruch der Corona-Krise fühlte sich manch Prophet des Untergangs bestätigt: Die Marktwirtschaft habe als System versagt, die Globalisierung sei schuld, dass sich das Virus überhaupt erst verbreiten konnte. Das Gegenteil ist der Fall. In der Krise hat nicht nur der Staat mit seinen Hilfsprogrammen, sondern auch die Wirtschaft ihre Leistungskraft bewiesen. Nach dem dramatischen Einbruch im zweiten Quartal zeigte die Wirtschaft eine bemerkenswerte Flexibilität und Resilienz, die nur wenig öffentliche Beachtung fand. Und die schnelle Impfstoffentwicklung durch internationale Kooperationen zeigt, dass Innovationskraft kein Zufall, sondern eine Systemfrage ist. Wenn es drauf ankommt, reagieren die nationale Marktwirtschaft und der globale Kapitalismus kreativ und innovativ.

Dieses erfolgreiche System zu stärken ist eines der Ziele unserer Stiftung. Auf Veranstaltungen, in Gutachten und Studien, in Umfragen und Kampagnen werben wir für die soziale Marktwirtschaft als Säule unseres Wohlstands – und als Chance, die ökonomischen Verwerfungen der Corona-Krise schnellstmöglich zu überwinden.

Doch die Pandemie zeigt auch schonungslos, wie groß der Modernisierungsbedarf in Deutschland ist. Die marode Infrastruktur liefert keine solide Basis mehr für innovatives Wachstum. Die Digitalisierung bewegt sich im ländlichen Raum auf dem Niveau eines Entwicklungslandes. Und die überbordende Bürokratie verhindert noch immer den Aufbau einer starken Gründerkultur. Das müssen wir ändern, wenn der dringend benötigte Restart nach der Pandemie gelingen soll. Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden.


Autor: Prof. Karl-Heinz Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

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