/ Der Mut, Neues zu wagen!


Liebe Leserinnen und Leser,

die Corona-Pandemie im Jahr 2020 hat uns hart getroffen, viele von uns auch persönlich. Für die politische Bildungsarbeit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gilt: Wir konnten uns in der Pandemie neu erfinden, mit dem Mut, Neues zu wagen.

In der politischen Bildungsarbeit in Deutschland mussten wir quasi sofort vom analogen in den virtuellen Geschäftsbetrieb wechseln. Auch aufgrund unserer organisatorischen Neuaufstellung seit 2014 und der Investitionen in digitale Prozesse und Infrastruktur konnten wir Mitte März 2020 innerhalb von Stunden in das mobile Arbeiten übergehen und innerhalb von wenigen Tagen unser Bildungsprogramm und das Begabtenförderwerk umstellen und digitale Angebote machen. Eine grandiose Mannschaftsleistung aller im Bildungsprogramm der Stiftung. Diese Kraftanstrengung zeigt sich auch in beeindruckenden Zahlen: Trotz der Pandemie konnten wir die Zahlen im Bildungsprogramm nach dem Rekordjahr 2019 noch mal auf 113.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 1.668 Veranstaltungen steigern, davon waren 74 Prozent virtuelle Formate. Selbst Großveranstaltungen wie die Verleihung des Freiheitspreises 2020 an Frau Dr. h. c. Friede Springer oder die Rede zur Freiheit 2020 mit Ahmad Mansour konnten virtuell bzw. hybrid mit wenigen Gästen vor Ort, aber großer Aufmerksamkeit durchgeführt werden.

Anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit haben wir die Veranstaltungsreihe und Kampagne „Generation Aufbruch“ gestartet. Die Kampagne richtete den Fokus besonders auf die junge Generation in unserem Land, welche die Teilung Deutschlands nur aus den Geschichtsbüchern kennt. Wir wollten die Gemeinsamkeiten im vereinten Deutschland zeigen, aber auch die Unterschiede nicht aus dem Blick verlieren. Mit vielen Artikeln, Veranstaltungen und einer Podcast-Reihe mit Porträts erfolgreicher Gründerinnen und Gründer sowie einem Fakten-Check mit verblüffenden 30 Fakten zu 30 Jahren Deutsche Einheit ließ sich eindrücklich belegen, dass die Deutsche Einheit doch eine Erfolgsstory ist.

Diese hervorragende Bilanz der Bildungsarbeit spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Stiftungskommunikation. So konnte die Zahl der Gäste auf der Website freiheit.org um über 110 Prozent auf 3,5 Millionen gesteigert werden, die Pressereichweite nahm gegenüber 2019 um 50 Prozent zu, sodass die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit nunmehr Platz 3 der Pressereichweiten der Politischen Stiftungen in Deutschland errungen hat. Auch die Reichweite auf Facebook und YouTube konnte um 45 Prozent bzw. 100 Prozent gesteigert werden. Mit Online-Kampagnen in 2020 wie #FreedomFightsFake oder #GenerationAufbruch konnte so die Voraussetzung für die Steigerung der Reichweite in den digitalen Formaten gelegt und gleichzeitig das Bildungsprogramm beworben werden.In der Auslandsarbeit startete die globale Kampagne zum Jahresthema „Desinformation“. Am 20. und 21. September 2020 fand hierzu die hybride, globale Konferenz statt, begleitet durch die Kampagne #FreedomFightsFake. Die Wahl in den USA, die unserem Jahresthema neue traurige Relevanz verlieh, aber auch die Entwicklungen in Russland, im Nahen Osten und nicht zuletzt in Hongkong standen im Fokus unserer Auslandsarbeit. Die Schließung unseres Projektbüros in Hongkong war eine weitere Zäsur unserer schwierigen Auseinandersetzung mit der politischen Entwicklung in der Volksrepublik China, in der wir seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr mit einem Projektbüro vertreten sein dürfen. Die Verlagerung des Global Innovation Hub nach Taiwan gibt uns Hoffnung, unsere Arbeit in der Region zur Förderung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten fortsetzen zu können. Gleichzeitig konnten wir unseren neuen Global Partnership Hub in Kenia registrieren und hoffen so, einen Beitrag zu einem neuen entwicklungspolitischen Ansatz auf Augenhöhe in Afrika leisten zu können.

Wir haben auch unsere inhaltliche Expertise in vielen Politikfeldern weiter vertieft. Ein Highlight war sicher der Trendguide Bildung: Neben Zukunftsfragen der Bildungspolitik hat er auch Antworten auf die aktuellen coronabedingten Herausforderungen aufgezeigt und damit die Basis spannender Veranstaltungen, Beiträge und Publikationen geliefert.

Das Jahr 2020 hat uns spektakulär gefordert, in unserem Willen, unserer Kreativität, unserem Mut, unserer Kraft und unserer Entschlossenheit. Es ist trotz der Krise ein gutes Jahr für die politische Bildungsarbeit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit geworden. Gerade in diesen Zeiten der Wahrheitsleugner, falschen Prophetinnen und Propheten, Verführer und Populisten sind Aufklärung und Wahrheit dringender und notwendiger denn je. Für diese Aufklärung in geistiger Offenheit und Toleranz stehen wir und bleiben wir Ihre Stiftung für die Freiheit!

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Steffen Saebisch